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HOSTA  ein neuer alter Trend im Garten
 

Warum Hosta pflanzen? - Ihre unübersehbare Qualität sind die Blätter!

Es ist unverkennbar, dass mit dem Auftauchen der vielen neuen Hosta Sorten in den letzten dreißig Jahren auch ein neuer Trend in der Gartengestaltung ausgelöst wurde. Die Idee, neben dem leider oft sehr kurzen Gastspiel der Blütenfarben auch die Wirkung von unterschiedlichen Blattformen und -farben in einer Staudenpflanzung zu berücksichtigen und damit ein länger wirkendes Gestaltungselement einzubringen, findet immer mehr Zuspruch. Dieser Gedanke hat so viele verlockende Aspekte, dass sich dies inzwischen auch auf die Züchtungsarbeit bei anderen Staudenarten, wie z. B. Heuchera, Tiarella, Ajuga, Geranium usw. ausgewirkt hat.

Die Suche nach Pflanzen für den älteren und schattiger werdenden Garten, sowie der Wunsch nach weniger pflegeintensiven Pflanzungen, haben ein Übriges getan. Aber auch das Bestreben, in einer immer hektischer werdenden Umwelt, im eigenen Garten einen Ort des Friedens, der Besinnung, der Ruhe und Entspannung zu schaffen, führt zur Suche nach Pflanzen, die uns diesem Ziel näher bringen - Hosta können das!

Alle diese Ansprüche können Hosta erfüllen. Sie sind knochenhart, wachsen fast überall gut, tolerieren auch vorübergehend extreme Bedingungen, sehen über das ganze Gartenjahr gut aus und werden uralt.
Es gibt unter ihnen Zwerge von wenigen Zentimetern Größe und Riesen mit Blättern, die jeden Rhabarber erblassen lassen. Die Blattfarben reichen von Grün, Chartreuse, über Gold, Gelb, Creme und Weiß, bis zu Graugrün, Grau, Graublau und Blaugrün, oft kombiniert auf einem Blatt und inzwischen auch mit rötlichen Blattstielen und Ansätzen von rötlicher Aderung im Blatt. Die Blattformen und -strukturen sind kreisrund, oval, herzförmig, lanzettlich und grasartig, groß oder klein, wellig, gerunzelt, gerippt, gehämmert, bereift, gepudert, gerüscht oder ganz glatt, glänzend oder matt, mit wachsigem Überzug und dick wie Leder oder papierdünn, der Wuchs straff aufrecht, ausladend, überhängend oder nieder liegend.

Wenn Sie nun all diese verschiedenen Formen und Farben in unterschiedlicher Weise in einer Pflanze miteinander kombinieren, dann wissen Sie, warum das Sortiment inzwischen so riesig und so vielgestaltig geworden ist. Es lässt sich für jede Situation und jede gestalterische Idee ein passendes Exemplar finden.


Die Blüten sind bisher keine Offenbahrung.

Ja, Hosta haben auch Blüten. Leider sind sie nicht so vielgestaltig wie die Blätter. Sie sind relativ klein mit Farben in Abstufungen von weiß bis rötlich violett. Das ist alles, was sie bisher zu bieten haben. Allerdings erscheinen sie meist zahlreich und die Blütezeit der verschiedenen Sorten reicht von Juni bis Oktober.

Seit kurzer Zeit hat die Züchtung, die sich bisher ausschließlich um die Entstehung neuer Blattformen und -farben bemüht hat, sich nun auch dieses Mankos angenommen. Unter Einbeziehung einiger bisher wenig bekannter Arten, bemüht man sich jetzt, eine bessere Verzweigung des Blütenstandes, sowie größere, weit geöffnete und duftende Blüten zu erreichen. Dabei sind unter anderem auch rötlich gefärbte Blütenstiele entstanden.


Verwendungsmöglichkeiten

Mit ein wenig Fantasie werden Sie schnell die gestalterischen Möglichkeiten erkennen, die in dieser Pflanze stecken. Akzente setzen mit Sorten wie 'Sum and Substance', 'Blue Vision', 'Big Mama' oder 'Krossa Regal', dunkle Gartenecken aufhellen mit Sorten wie 'Sun Power', 'Daybreak', 'Golden Waffles' oder 'August Moon', eintöniges Grün beleben mit Hinguckern wie 'Patriot', 'June', 'Striptease', 'Great Expectations' und anderen "farbigen" Sorten oder im Übergangsbereich von Sonne und Schatten, einem Wasserbecken zusammen mit Hemerocallis, Iris und Etagenprimeln einen üppigen Rahmen geben. Das sind nur ein paar Beispiele für die zahllosen Möglichkeiten. Selbstverständlich können Sie bei richtiger Sortenwahl Hosta auch als Bodendecker und zur Beeteinfassung pflanzen. Wenn Sie nun noch Karl Försters Bild von "Pauke und Harfe" beherzigen und mit Gräsern und Farnen Spannung erzeugen, dann haben Sie schnell ein fertiges Bild, auch wenn keine einzige Blüte zu sehen ist. (Die oben genannten "älteren" und allgemein verfügbaren Sorten lassen sich selbstverständlich durch neuere Sorten mit noch besseren Qualitätsmerkmalen ersetzen.)

Hosta sind auch ideale Kübelpflanzen und als solche im mobilen Grün vielseitig einzusetzen und ohne Probleme bei der Überwinterung an Ort und Stelle. Vorausgesetzt es werden die entsprechend frostharten Pflanzgefäße verwendet.


Benachbarung
  - Hosta in guter Gesellschaft 

Hosta sind gut geeignet als Partner und zur Unterpflanzung von Rhododendron, Kiefern und Lärchen, Fächerahornen und vielen Laubgehölzen mit durchlässigem Laubdach und nicht zu dichtem Wurzelfilz. Man kann sie dort sehr gut miteinander kombinieren, z.B. graulaubige mit goldgelben, dunkelgrüne mit hellgrünen oder mehrfarbigen usw.

Sie sind aber auch ideale Partner für andere Schattenstauden. Zusammen mit höheren Stauden, wie Astilben, Lilien, Cimicifuga (Actaea), Polygonatum, Tricyrtis, Astrantia, Aruncus, Campanula, Ligularia, Acanthus, Aconitum, Rodgersia, Anemone Japonica-Hybr., Dicentra spectabils, Aquilegia, Kirengeshoma, Podophyllum, Epimedium u. a., in Kombination mit Gräsern und Farnen und den niedrigen Arten zur Unterpflanzung, wie Tiarella, Heuchera, Viola, Omphalodes, Waldsteinia, Dicentra eximia und - formosa, Corydalis, Anemone nemorosa und - ranunculoides, Trillium, Pulmonaria, Liriope, Asarum, Ophiopogon, verschiedene Saxifraga, Phlox stolonifera und -divaricata usw., lassen sich abwechslungsreiche und zauberhafte Pflanzungen gestalten.


Standort und Kulturhinweise

Boden: Jeder normale , leicht anlehmige, durchlässige Gartenboden mit gutem Humusanteil ist geeignet. PH leicht sauer bis neutral, Kalkgehalt wird bis zu einem, gewissen Grad toleriert. Gute Nährstoffversorgung und extra Stickstoffgaben im Frühjahr fördern die Blattentwicklung. Laub-, Nadel- und Rindenkompost zur Bodenverbesserung bewirken wahre Wunder!  
Wasser: Frisch bis feucht, gelegentlich auch länger andauernde Trockenheit wird gut vertragen, wenn die Pflanzen gut eingewachsen sind. Fast alle Hosta Wildarten kommen aus Gebieten mit höheren Niederschlagsmengen in der Vegetationszeit, als bei uns üblich (50-100% mehr). Bei Trockenheit sollte daher nach Möglichkeit zusätzlich gewässert werden. Dies ist besonders wichtig im April/ Mai und im August/ September. Zu wenig Wasser im Frühherbst führt zu kleineren Pflanzen im kommenden Jahr! Staunässe, besonders in den Wintermonaten, wird nicht vertragen und führt zu Wurzelfäulnis.
 

Licht:

 

 

Absonnig bis schattig (lichter Schatten, Schlagschatten), etwas Sortenabhängig. Einige Sorten sind Wärme liebend (H. plantaginea Typen).

Die Sorten mit graublauen und graugrünen Blättern lieben eher Plätze im kühlen Schatten, da sie bei starker Sonneneinwirkung den typischen grauen Belag schneller verlieren (übrigens auch bei starkem Tropfenfall). Paradox ist, dass dieser Belag eigentlich einen Verdunstungs- und Wärmeschutz  darstellt und in der Natur bei den Arten auftritt, die in sonniger, felsiger Umgebung wachsen und sich so vor der zusätzlichen Wärmeabstrahlung der Steine schützen. Sie sind also eigentlich die erste Wahl für trockenere Standorte.

Die grün, gelb und gelb/weiß bunt belaubten Sorten vertragen bei guter Wasserversorgung mehr Sonne und erhalten oft erst bei genügend Licht ihre typische Ausfärbung (Morgensonne!). Andererseits neigen einige Sorten, besonders die mit goldfarbenen Blättern, bei zu starker Sonneneinstrahlung in den Sommermonaten zum Vergilben/Ausbleichen und zu Verbrennungen.
 
Generell gilt - je heller der Standort, um so kompakter, wüchsiger und blühfreudiger sind die Pflanzen, - je schattiger der Standort, um so größer werden die Blätter, Blatt- und Blütenstiele werden länger, die Blühfreudigkeit lässt nach. Im tiefen, dunklen Schatten (im dichten Wald) gedeihen auch Hosta nicht mehr zufrieden stellend oder gar nicht.
Hier muss also mit viel Fingerspitzengefühl und in mehreren Versuchen an verschiedenen Stellen, der Platz gefunden werden, an dem die Sorte das gewünschte ideale Aussehen erreicht.

Tipp: neue Hosta erst in einen großen Topf oder Kübel pflanzen und so an verschiedenen Stellen ausprobieren, bis der richtige Platz gefunden ist. So lässt sich übrigens auch am einfachsten die richtige Nachbarschaft ermitteln.
 

Pflege:
 
Nährstoffversorgung - ausreichend und regelmäßig, am einfachsten mit einem universal Langzeitdünger.

Umpflanzen - ist nicht erwünscht! Hosta benötigen mindestens 3-5 Jahre ungestörtes Wachstum um ihre Sortentypischen Eigenschaften zu entwickeln und können dann Jahrzehnte am gleichen Platz verbleiben.

Wässern - bei anhaltender Trockenheit (siehe oben). Dabei besonders die blaugrauen Sorten nicht über die Blätter beregnen.

Winterschutz - nur im ersten Winter nach später Pflanzung notwendig, damit die noch nicht eingewurzelten Pflanzen bei Kahlfrost nicht hoch frieren. Ansonsten sind alle Hosta mit ganz wenigen Ausnahmen absolut hart. Der Austrieb erfolgt bei den meisten Hosta Sorten relativ spät, Ende April/ Anfang Mai. Nur Hosta montana und ihre Sorten treiben früher aus und sind dann Spätfrost gefährdet. Frisch ausgetriebene Hostablätter vertragen keine Minusgrade! Im Notfall ist eine leichte Abdeckung dringend anzuraten.

Putzen - abgestorbenes Laub sollte im Spätherbst, wegen Fäulnisgefahr, rund um die Pflanzen entfernt werden.
Mulchen nicht bis direkt an die Pflanzen, ebenso keinen frischen Kompost.
 

Schädlinge und
Krankheiten:

Schnecken - lieben Hosta. Besonders die dünnblättrigen Sorten und die Austriebsknospen im Frühjahr sind gefährdet. Die Fraßspuren verunstalten die schönen Blätter. Hier können nur die Igel, die Amseln oder entsprechende Vernichtungsstrategien (Schneckenkorn, Bierfallen etc.) weiterhelfen. Eine Bodenabdeckung mit scharfem Sand oder Sägemehl hilft auch, wenn das nicht stört.

Virusbefall - ist leider in den letzten Jahren zu einem ernsthaften Problem geworden. Viren sind außerhalb der Pflanzen nur kurzzeitig lebensfähig. Sie werden mit dem Pflanzensaft an Werkzeugen oder durch saugende und beißende Insekten übertragen. In einem virusfreien Bestand ist daher eine Infektion von gesunden Pflanzen durch Vermehrungs- oder Kulturarbeiten sehr unwahrscheinlich.

Da jedoch eine konventionelle Vermehrung (Teilung eigener Mutterpflanzen) bei Hosta langwierig und sehr unergiebig ist und den Bedarf und die Nachfrage nach preisgünstigen Pflanzen nicht befriedigen kann, sind Gärtnereien, die Hosta in großen Stückzahlen für den Massenmarkt produzieren wollen, auf das Vermehrungsmaterial aus so genannten 'Jungpflanzenbetrieben' und aus der Laborvermehrung angewiesen.

In diesen Betrieben wurde, besonders in Holland, in den letzten Jahren offensichtlich sehr schlampig gearbeitet. Pflanzen, die nicht auf Virusbefall überprüft waren, wurden im großen Stil als Ausgangsmaterial (Mutterpflanzen) in die Laborvermehrung eingeführt, millionenfach vermehrt und in den Jungpflanzenbetrieben weiter verarbeitet. Es kam in diesen Betrieben dann innerhalb kürzester Zeit zu einer Infizierung fast aller in Vermehrung befindlichen Sorten. Das infizierte Material wurde bis heute nicht aus der Vermehrung entfernt und wird weiter verbreitet.

Leider ist eine Infektion bei Hosta nicht immer sofort erkennbar. Die typischen Schadbilder zeigen sich oft erst nachdem die Blätter voll ausgetrieben haben, bei manchen Sorten nur an einzelnen Blättern, bei manchen sind für lange Zeit überhaupt keine äußerlichen Anzeichen zu entdecken. (Fotos der Schadbilder unter: www.hostalibrary.org ).

Der Virus zerstört die Pflanzen nicht. Befallene Blätter mit entsprechenden Schadbildern mag der eine oder andere vielleicht interessant finden, da jedoch eine Infektion gesunder Pflanzen im gleichen Garten nicht mit Sicherheit zu unterbinden ist, sollten infizierte Pflanzen sofort komplett im Hausmüll entsorgt werden! (Nicht auf den Kompost oder in die Biotonne!!). Eine Bekämpfung des Virus in der lebenden Pflanze ist nicht möglich!!

Älchen - der Befall wird meist erst in der zweiten Jahreshälfte sichtbar. Die Blätter werden zwischen den Blattadern gelb oder braun. Die Älchen wandern in feuchten Medien - feuchter Boden, Regenwasser, Gießwasser - zu den benachbarten Pflanzen. Der Befall schwächt die Pflanzen, das Wachstum lässt nach und die Pflanzen können u. U. absterben.
Absammeln und Vernichten der befallenen Blätter oder Behandlung der Pflanzen mit 50°C warmem Wasser kann den Befall verringern. Sicher helfen nur wiederholte Behandlungen mit entsprechenden chemischen Mitteln.

Pilzerkrankungen - Fäulniskrankheiten, wie z. B. durch Sclerotium rolfsii ausgelöst, führen unbehandelt zum schnellen Absterben der Pflanzen. Typische Anzeichen für diese Erkrankung sind ein plötzliches Umfallen einer größeren Anzahl Blätter, die sich dann durch Ziehen leicht von der Pflanze entfernen lassen. Der untere Teil des Blattstieles und die Wurzelkrone sind matschig verfault und stinken. Ist die Pflanze noch nicht völlig befallen, hilft ausgraben, reinigen und Behandlung mit einem entsprechenden Fungizid. Befall wird durch hohe Stickstoffgaben, zu tiefes Pflanzen oder Staunässe gefördert.
Eine andere ist die so genannte Kronenfäule, ausgelöst durch Bakterien und nachfolgende Pilze. Die Infektion erfolgt meist im Herbst oder in den Wintermonaten. Abgestorbenen Blätter, Frostschäden oder Beschädigungen durch Kulturarbeiten bieten den Erregern erste Angriffspunkte. Unbehandelt führt dies unbemerkt zum Absterben der gesamten Krone und der Hauptwurzeln. Bis man das Ausbleiben des Blattaustriebes bemerkt, ist es meist zu spät für eine Rettung.
 
Schnitt: Werden die Blätter zu Schnittzwecken verwendet, so ist unbedingt darauf zu achten, dass von dem ersten Satz Blätter im Frühjahr nicht zu viele entfernt werden. Die Pflanzen reagieren darauf, ebenso wie nach Spätfrost- Schäden, mit einer mehrwöchigen Wachstumsunterbrechung.


Probleme bei einigen so genannten Mediovariegatas

Es gibt eine ganze Reihe von Formen und Sorten, bei denen die Blätter eine mehr oder weniger ausgeprägte weiße oder gelbe, meist unregelmäßige und von Blatt zu Blatt oft unterschiedliche Zeichnung in der Blattmitte aufweisen. Bei einigen dieser Sorten treten folgende Erscheinungen auf:

Instabilität: Tritt offensichtlich in erster Linie bei Sorten auf, die als so genannte Sports anderer Sorten entstanden sind. Dabei entwickeln sich die Pflanzen im Verlauf der Jahre allmählich zurück zu weiß/gelb umrandeten oder ganz grünen Formen. Dies geschieht meist bei der Bildung neuer Seitentriebe, kann aber auch beim Neuaustrieb im Frühjahr spontan bei vorher korrekt gefärbten Teilen der Pflanze auftreten. Diese Erscheinung wird mit einer Reorganisation der Verteilung, der für die Blattfärbung verantwortlichen Zellen, innerhalb des Blattes erklärt. Dieser Prozess kann durch regelmäßiges Teilen und sorgfältiges Abtrennen der gewünschten Form u. U. aufgehalten oder verhindert werden. Geschieht dies nicht, überwächst der grüne Teil den weißbunten bis dieser ganz verschwindet.
Trotz dieser negativen Eigenschaft sind diese Sorten bei den Züchtern um so begehrter, je größer diese Instabilität ausgeprägt ist. Denn es hat sich herausgestellt, dass diese Sorten zuverlässige Mutterpflanzen abgeben für die Erzeugung von Saatgut, aus dem dann mit einiger Sicherheit, in großer Zahl neue Variegata-Formen hervorgehen.
Sollten Sie kein entsprechendes Interesse an diesen Pflanzen haben, meiden Sie diese Sorten. Wir haben sie in unseren Beschreibungen als UNSTABIL oder SEHR UNSTABIL gekennzeichnet.

Blattschmelze: Sie ist teilweise an obige Erscheinung gebunden, kann aber auch bei stabilen Sorten auftreten. Dabei verliert die weiß/gelbe Blattmitte im Verlauf des Jahres zunehmend an Substanz, wird pergamentartig und löst sich schließlich ganz auf. Dieser Prozess wird offensichtlich durch die Wachstumsbedingungen beeinflusst. Warme Standorte mit hoher Luftfeuchtigkeit und wenig Licht begünstigen den Vorgang.


Erklärung einiger Begriffe

In den Sortenbeschreibungen haben wir einige Begriffe verwendet, die vielleicht nicht jedem geläufig sind:

viridescent ----------  die Blattfarbe verändert sich im Ablauf des Jahres hin zu Grün
lutescent   ----------  die Blattfarbe verändert sich im Ablauf des Jahres hin zu Gelb
albescent  ----------- die Blattfarbe verändert sich im Ablauf des Jahres hin zu Weiss

Antheren ------------ Staubbeutel o. Staubgefäße, ihre äußere Färbung erlaubt Rückschlüsse auf die Zugehörigkeit zu einer Art.


Zur Nomenklatur

Grundlagen
Die in den nachfolgenden Beschreibungen verwendete Nomenklatur richtet sich im wesentlichen nach den Angaben in W. George Schmid, "The Genus Hosta", Timber Press, inc., 1991 und späteren Veröffentlichungen auf der Internetseite www.hostalibrary.org/species/ im sog. "Species Update" und im "Hosta Journal" der AHS, die die international zuständige Registerstelle für die Kultursorten der Gattung Hosta ist. Sie legt die Benennung dieser Sorten nach den Regeln des I.C.N.C.P. in der Fassung von 2009 verbindlich fest und veröffentlicht die registrierten Sorten in jährlichen Checklisten und im Internet. (www.hostaregistrar.org)

Danach sind einige der früher als botanische Arten (Wildarten) geführten Pflanzen inzwischen als Hybriden und Sports identifiziert worden. Ihr Art-Status ist nicht länger haltbar und wurde aufgehoben. Diese Sorten wurden den Regeln entsprechend bei den Hybriden eingeordnet. Dies sind im wesentlichen folgende ehemalige Arten: Hosta 'Crispula', H. 'Elata', H. 'Decorata', H. 'Fortunei', H. 'Helonioides', H. 'Lancifolia', H. 'Opipara', H. 'Tardiflora', H. 'Tokudama', H. 'Undulata' u. a., seit einiger Zeit nun auch H. 'Sieboldiana' mit alle Varietäten und Formen.

Unwissenheit oder Absicht
Ich halte u. a. auch aus diesem Grund überhaupt nichts von den dilettantischen Versuchen, die inzwischen ca. 5000 verschiedenen Hosta Sorten bestimmten Arten zuzuordnen, wie es in einigen neueren Veröffentlichungen und Katalogen zu beobachten ist. Das ist nach den o. a. internationalen Regeln unzulässig und stellt die gesamte Namensgebung bei den Kulturpflanzen in Frage. Es stiftet außerdem unnötige Verwirrung, besonders wenn diese Versuche von Personen unternommen werden, die offensichtlich die Abstammung der in dieser Weise malträtierten Sorten überhaupt nicht kennen und auch keinerlei Vorstellung von den zugeordneten "Arten" haben. Ganz abgesehen davon, dass sie von o. a. Regeln und dem Register offensichtlich noch nie gehört haben oder diese absichtlich ignorieren.

Dieser Unsinn soll den Verwender in die Irre führen, indem mit dieser Einordnung falsche Hinweise auf eventuell unterschiedliche Kulturansprüche oder das Erscheinungsbild der Sorte gegeben werden.
Z. B. ist die nach dieser Methode als H. plantaginea 'Royal Standard' bezeichnete Pflanze keine Auslese von H. plantaginea, wie dieser falsche Name vermuten lässt, sondern zum Glück eine Hybride mit einer anderen Art, ohne die negativen Eigenschaften von H. plantaginea.
Bezeichnungen wie H. tardiflora 'Halcyon' (oder auch H. Tardiflora-Hybr. 'Halcyon') sind kompletter Blödsinn. Es gibt keine botanische Art "Hosta tardiflora", also sind beide verwendeten Namen entsprechend den internationalen Regeln unmöglich. Es kann keine Auslese einer Sorte geben, ebenso wenig wie diese Sorte Namensgeber für eine Hybridgruppe sein kann. 'Halcyon' ist zudem eine Hybride aus zwei völlig unterschiedlichen Pflanzen hybriden Ursprungs, die zu allem Überfluss auch noch aus dem komplexen Züchtungsprogramm eines englischen Gärtners stammt, über das es keinerlei sichere Aufzeichnungen gibt.
Mit ähnlichen Beispielen könnte man ganze Seiten füllen - Hosta tokudama 'Blue Cadet' (wieder eine "Auslese einer Sorte", tatsächlich jedoch H. nakaiana x H. 'Tokudama'), H. plantaginea 'Sum and Substance' (wie kann man nur darauf kommen? - alle Anzeichen deuten darauf hin, dass es sich um eine Hybride mit H. 'Elatior' und H. hypoleuca Hintergrund handelt, keines auf H. plantaginea. Der Züchter weiß nicht, wie diese Sorte entstanden ist!), H. lancifolia 'Red October' (noch eine angebliche "Auslese einer Sorte", in Wirklichkeit jedoch eine Kreuzung aus H. longipes hypoglauca und der Sorte 'Harvest Delight') usw., usw... - und man stellt sich die Frage, was das soll?
Die Antwort ist ganz einfach. Bei bestimmten Leuten im Gartenbau besteht ein verstärktes Interesse daran, durch möglichst intensiven Nebelkerzeneinsatz bei den Abnehmern Ihres Produktes "Jungpflanzen", den klaren Blick auf das, was da geliefert wird zu trüben. So merkt kaum einer ihrer Kunden (die Produktionsgärtner und deren Abnehmer), wie viel falsch benannte Pflanzen er bei solchen Lieferungen tatsächlich erhält und so lässt sich jedes X leicht als U vermarkten und bei Reklamationen genügt der Hinweis: "Ähnlichkeiten mit den registrierten Pflanzen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt".

Konsequenzen
Sie werden diese Marketing Gags bei uns vergeblich suchen. In unserem Angebot sind alle Sorten in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet, so wie in o. a. Register auch. Das schafft Klarheit und niemand geht verloren bei der Suche nach seiner Wunschsorte. Soweit möglich, finden Sie dann in den Beschreibungen Hinweise auf die Abstammung der Sorten. Außerdem haben Sie die Möglichkeit anhand des korrekten, registrierten Namens die im Register hinterlegte Beschreibung des Züchters nachzulesen. (www.hostaregistrar.org) Nicht registrierte Sorten sind mit NR gekennzeichnet.

Hosta ist eine der wenigen Pflanzengattungen, bei denen es ein funktionierendes Register gibt. Alle wichtigen und wertvollen Auslesen und Neuzüchtungen der letzten 40 Jahre wurden dort registriert. Bei Sorten, die nicht registriert wurden, können Sie getrost davon ausgehen, dass ihr Züchter/Finder von der Qualität der Neuheit nicht überzeugt war, sie für entbehrlich gehalten hat und nicht mit ihr identifiziert werden wollte.
Vermeiden Sie bei Ihrer Auswahl also möglichst die nicht registrierten Angebote. Wollen Sie eine solche Sorte trotzdem erwerben, dann sollte Ihnen bewusst sein, dass es bei diesen Pflanzen keine Möglichkeit zur Überprüfung der korrekten Identität gibt.

Die in letzter Zeit, auch bei Pflanzen, häufiger zu findenden Patente oder Sortenschutz- und Markenrechte (in Katalogen und Veröffentlichungen mit ®, TM, PBR, PP und ähnlichen Abkürzungen gekennzeichnet), stellen ebenfalls keine Sicherheit für den Verbraucher her. Im Gegenteil schützen sie ausschließlich die Rechte des Sortenschutz- oder Patentinhabers und sein Recht auf den Markennamen. Sie dienen ausschließlich den oben genannten wirtschaftlichen Zwecken (Vermarktung) und lassen an keiner Stelle eine eindeutige offizielle Identifizierung der so geschützten Sorten zu! Diese Markennamen sind keine gültigen Sortenbezeichnungen im Sinne des I.C.N.C.P., solange keine gleichzeitige Anmeldung im Register erfolgt.